Am 25. März versammelten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger vor der Carlebach Synagoge in der St. Annenstraße, um ein Zeichen gegen das Vergessen und für jüdisches Leben in Lübeck zu setzen. 32 Jahre nach dem ersten Brandanschlag auf ein jüdisches Gotteshaus in Deutschland nach 1945 bleibt die Mahnung aktueller denn je.
Der Anschlag vom 25. März 1994, verübt von Tätern aus der rechtsextremen Szene, sowie der folgeschwere Brand am 8. Mai 1995 im darauffolgenden Jahr haben sich tief in das Gedächtnis unserer Stadt eingebrannt. Damals wie heute gilt: Lübeck hält den Atem an. Doch aus dem Entsetzen von einst ist eine dauerhafte Verpflichtung gewachsen.
In einer Zeit, in der antisemitische Straftaten – insbesondere seit den Ereignissen des 7. Oktobers 2023 – massiv zunehmen, ist Schweigen keine Option. Es ist eine schmerzhafte Realität, dass jüdisches Leben in Deutschland weiterhin unter ständigem Polizeischutz stehen muss.
Wir setzen uns ein für eine Gesellschaft, in der Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit keinen Platz haben. Wir lehnen Antisemitismus in jeder Gestalt ab − unabhängig von politischer, religiöser oder ideologischer Begründung.
Unserem Aufruf folgend, brachten viele Menschen Schnittblumen zur Synagoge. Diese Zeichen der Verbundenheit zeigten deutlich: Jüdisches Leben ist ein fester, unverzichtbarer und sichtbarer Teil unserer Stadt.
Wir danken allen LübeckerInnen, die am 25. März Präsenz gezeigt haben. Ihr Engagement für den Abbau von Vorurteilen und für eine lebendige Erinnerungskultur macht Mut. Gemeinsam stehen wir für ein respektvolles Miteinander ein – heute und in Zukunft.
Bündnis gegen Antisemitismus Lübeck