Am 25. März 1994 verübten vier junge Lübecker aus der rechtsextremen Szene einen Brandanschlag auf die Synagoge in der St. Annenstraße. Dies war der erste Anschlag auf ein jüdisches Gotteshaus nach dem Ende der NS-Herrschaft in Deutschland. Er löste weltweit Entsetzen aus. 4000 Menschen demonstrierten am Folgetag unter dem Motto „Lübeck hält den Atem an“ gegen Fremdenhass und Antisemitismus in ihrer Stadt. Im Jahr darauf, in der Nacht zum 8. Mai 1995, gab es einen weiteren Brandanschlag auf die Synagoge. Das eingezäunte Gelände wird rund um die Uhr von der Polizei bewacht.
Der Antisemitismus war nie weg. Seit dem Massaker, das islamistische Hamas-Terroristen am 7. Oktober 2023 in Israel verübt haben, ist die Zahl antisemitischer Straftaten nochmals sprunghaft angestiegen. Wir finden es unerträglich, dass jüdisches Leben in der Öffentlichkeit ohne Polizeischutz inzwischen undenkbar ist.
Wir setzen uns ein für eine Gesellschaft, in der Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit keinen Platz haben. Wir lehnen Antisemitismus in jeder Gestalt ab − unabhängig davon, ob er politisch, religiös oder ideologisch begründet wird.
Jüdisches Leben gehört seit Jahrhunderten zu Lübeck. Wir wollen, dass Jüdinnen und Juden in unserer Mitte sicher und sichtbar leben können. Darum engagieren wir uns für den Abbau von Vorurteilen, für eine lebendige Erinnerungskultur und ein respektvolles Miteinander. Wir unterstützen alle Initiativen, die diesem Ziel dienen.
Wir rufen dazu auf, am 25. März, ein Zeichen zu setzen:
Bündnis gegen Antisemitismus Lübeck