Drei Jahre nach dem verheerenden Überfall der radikal-islamistischen Terrororganisation Hamas und des Palästinensischen Islamischen Jihad auf Israel ruft das Bündnis gegen Antisemitismus Lübeck zum gemeinsamen Gedenken an die Opfer vor der Carlebach Synagoge Lübeck auf.


Gedenkveranstaltung vor der Synagoge

Am Mittwoch, 7. Oktober 2026, von 17:30 bis 19:00 Uhr kommen wir vor der Carlebach Synagoge in Lübeck zusammen, um gemeinsam der Ermordeten und Verschleppten zu gedenken und unsere Solidarität mit den Opfern und jüdischem Leben auszudrücken.

Die Veranstaltungsdaten im Überblick:

  • Datum: Mittwoch, 7. Oktober 2026
  • Uhrzeit: 17:30 – 19:00 Uhr
  • Ort: Vor der Synagoge, St. Annen-Straße 13, 23552 Lübeck
  • Anfahrt: Auf Google Maps anzeigen

Wir vergessen nicht

Am dritten Jahrestag des Überfalls, den die radikal-islamistische Terrororganisation Hamas gemeinsam mit dem Palästinensischen Islamischen Jihad am 7. Oktober 2023 von Gaza aus auf Israel verübte, gedenken wir der Ermordeten. Es war das größte Massaker und Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Jüdinnen und Juden seit dem Holocaust.

Unter den 1.195 Toten und den über 5.000 teils schwer Verletzten waren auch Beduinen, Palästinenser:innen und 79 Ausländer:innen. 251 Geiseln wurden nach Gaza verschleppt, gefoltert, vergewaltigt oder ermordet. 30 Geiseln waren deutsche Staatsangehörige. Zehn von ihnen wurden ermordet, darunter das Kleinkind Kfir Bibas (10 Monate), Ariel Bibas (4) und ihre Mutter Shiri (32).

Terror gegen Koexistenz und das friedliche Miteinander

Der Überfall traf besonders die Kibbuzim Re‘im, Be‘eri, Nir Oz und Kfar Aza. Mitglieder der Kibbuzbewegung setzen sich seit langem für die Koexistenz von Palästinensern und Israelis ein. Viele engagieren sich in der Protestbewegung gegen die Regierung unter Führung von Benjamin Netanjahu. Vor dem Pogrom vom 7. Oktober gab es gute Kontakte zu Bewohner:innen des Gazastreifens.

Um 6:29 Uhr heulten am jüdischen Feiertag der Torafreude (Simchat Tora) die Sirenen im Süden Israels. Schon in den ersten Stunden feuerte die Hamas nach eigenen Angaben 5.000 Raketen auf israelisches Staatsgebiet ab. Tausende Kämpfer und bewaffnete Zivilisten aus Gaza durchbrachen den Grenzzaun und fielen mit äußerster Brutalität über die Dörfer und die jungen Menschen her, die an diesem Wochenende zu einem Tanzfestival gekommen waren.

Die Mörder feierten ihre Verbrechen mit frenetischem Jubel, filmten sie und stellten sie umgehend ins Internet. Mit der arabischen Bezeichnung „Operation al-Aqsa-Flut“ stellten sie ihren Plan, Israel zu vernichten, bewusst in einen religiösen Kontext.

Als Reaktion auf den Angriff rief Ministerpräsident Netanjahu den Kriegszustand aus. Am 28. Oktober begann die Bodenoffensive der israelischen Verteidigungsarmee (IDF). Israel ist ein kleines Land. Der 7. Oktober 2023 und der nachfolgende Krieg – der längste in der Geschichte des Landes – haben die gesamte Nation traumatisiert.

Gegen Propaganda, Verharmlosung und Opfer-Täter-Umkehr

Schon kurze Zeit nach dem Massaker brach in den Medien und Diskursen eine Welle antisemitischer Propaganda los, die den Terrorangriff als „legitimen Widerstand“ umdeutete und offen zur Gewalt gegen Jüdinnen und Juden überall auf der Welt aufrief.

Die Zahl der antisemitischen Vorfälle hat sich in der Folge drastisch vervielfacht. Antisemitische Stereotypen aus dem Mittelalter tauchen wieder auf. Verschwörungstheorien werden gezielt verbreitet und unreflektiert übernommen. Neu ist allenfalls, dass der Judenhass sich hinter modernen Etiketten („antikolonialistischer Befreiungskampf“, „Apartheid“ etc.) versteckt und als „links-progressiv“ darstellt.

Wie es im klassischen Antisemitismus oft geschieht, findet eine Opfer-Täter-Umkehr statt: Nach diesem Narrativ sind die Palästinenser:innen immer Opfer und die Juden – ganz unabhängig von ihrem Bezug zum Staat Israel – die Täter.

Israel hat das selbstverständliche Recht, sich zu verteidigen gegen den genozidalen Terror der Hamas und ihrer Verbündeten, die ihr Ziel, den jüdischen Staat auszulöschen, nie widerrufen haben. Die israelische Regierung hat wie jede andere Regierung die Aufgabe, die Bürger:innen zu schützen. Knapp ein Viertel der Staatsbürger:innen Israels sind übrigens gar nicht jüdisch.

Für jüdisches Leben – mitten in Lübeck und überall!

Das Gift des Antisemitismus wirkt durch die Zeiten hindurch und tief hinein in die Mitte unserer Gesellschaft. Der im Namen einer vermeintlichen „Palästina-Solidarität“ geschürte Hass gegen Jüdinnen und Juden wütet in unseren sozialen Netzwerken, im Kulturbetrieb, an Universitäten und offener denn je auf unseren Straßen.

Die Bedrohungs- und Gefahrenlage für unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger ist erdrückend. Wir wollen, dass Jüdinnen und Juden in unserer Mitte sichtbar und sicher leben können. Darum engagieren wir uns für den Abbau von Vorurteilen und ein respektvolles Miteinander. Wir widersprechen jeder Form von Antisemitismus, auch da, wo er sich hinter dem Etikett „Antizionismus“ versteckt.

Ausgrenzung, Diskriminierung und Hetze schaden uns allen. Sie treffen auch Musliminnen und Muslime, die mit uns in Deutschland leben. Sie dürfen keinesfalls pauschal haftbar gemacht werden für den in der islamischen Welt weit verbreiteten Judenhass.

„Antisemitismus vergiftet nicht nur den Alltag von Jüdinnen und Juden. Er bedroht das Fundament unserer Demokratie und damit die Freiheit von uns allen!“

Flyer zur Veranstaltung

Flyer: 3 Jahre nach dem Massaker der Hamas auf Israel: Gedenken an die Opfer (Vorderseite)
Flyer Vorderseite (Klicken zum Vergrößern)
Flyer: Für jüdisches Leben – mitten in Lübeck und überall! (Rückseite)
Flyer Rückseite (Klicken zum Vergrößern)

Aufruf & Flyer als PDF

Der Flyer zur Gedenkveranstaltung mit allen Informationen kann hier eingesehen und als PDF-Datei heruntergeladen werden:


Bündnis gegen Antisemitismus Lübeck